Jürgen Raap
- Belagerung des Lyzeums
Acryl auf Leinwand, 30 x 40 cm, 2009
- Das Untergehende Zeitalter
Acryl auf Leinwand, 30 x 60 cm, 2008
- Der sächsische Mentor
Acryl auf Leinwand, 40 x 50 cm, 2009
- Der Untergang der Goten
Acryl auf Leinwand, 50 x 70 cm, 2009
- Die gealterten Revolutionäre
Acryl auf Leinwand, 60 x 80 cm, 2009
- Ende des bürgerlichen Zeitalters
Acryl auf Leinwand, 50 x 70 cm, 2009
- Jürgen Raap
Jürgen Raap in der Ausstellung "Erinnerungen", Galerie Kallenbach, November 2009.
- Revolverhelden 2009
Acryl auf Leinwand, 50 x 60cm Das Bild zeigt die Ankunft vermummter Pilger der "Semanta sacra" auf dem Kölner Hauptbahnhof, dargestellt durch die Bahnhofstoiletten. Die Pilger sind aus Sevilla angereist und wollen den Dreikönigsschrein im Kölner Dom besichtigen, verlassen die Bahnhofshalle jedoch irrtümlich auf der flaschen Seite, nämlich am Ausgang zum Breslauer Platz.
- Wir feiern nicht ...
... die Siege der anderen. Acryl auf Leinwand, 60 x 80 cm, 2007
- Zwischen Donau und Moldau
Acryl auf Leinwand, 40 x 40 cm, 2006
Die Szenarien in Jürgen Raaps Bildern wirken irreal und traumhaft, manchmal auch phantastisch. Doch die Motive entspringen allesamt direkten Erlebnissen und Anschauungen: Er visualisiert Erinnerungen an die Kindheit, als noch bis weit in die 1960er Jahre die Trümmergrundstücke aus dem Krieg das Stadtbild prägten. Die Eisenbahnlinien und altmodische Lokomotiven stehen ikonografisch für eine Epoche, in der man noch die Bahnhöfe wie Kathedralen baute. Heute jedoch haben sie ihre Mysterien längst eingebüßt, und auch die afrikanischen Ritualmasken, die man in den Schaufenstern des Brüsseler Mantongé-Viertels sehen kann, sind gründlich entzaubert worden: Die meisten von ihnen stammen nämlich in Wirklichkeit aus indonesischen Werkstätten. Deswegen haben sie nur noch einen rein folkloristischen Wert.
In Raaps Bildkanon tauchen vernachlässigte Brachflächen in den urbanen Randgebieten auf, und dort werden die zerbröckelnden Ruinen der Industriekultur von mutierten Dschungelpflanzen überwuchert. Raap malt eine untergehende, im Verschwinden begriffene Welt, mit verlassenen Hafenanlagen und maroden Fabrikhallen, die einer neuen Investorenästhetik weichen müssen, und mit düsteren Bahndämme. Es sind oft völlig menschenleere Szenarien, und wenn in diesen Bildern doch mal Figuren auftauchen, dann wirken sie einsam und seltsam verloren in dieser Welt des untergehenden bürgerlichen Zeitalters.
Jürgen Raap, 1952 in Köln geboren, studierte Kunstwissenschaften und Germanistik an der Universität Köln. Seine Examensarbeit schrieb er über Max Ernst. Anschließend studierte er Freie Kunst an den Kölner Werkschulen, unter anderem in der Multimedia-Klasse von Prof. Daniel Spoerri. Raap lebt in Köln als Maler, Performer, Autor und Journalist (Kunstkritiker).










